Meldewesen unter MiFID II

Mehr Transparenz in die internationalen Finanzmärkte bringen ist eines der Ziele der MiFID II-Richtlinie sowie der zugehörigen Durchführungsverordnung (MiFIR) und der begleitenden Finanzmarktverordnung.

Seit dem 03.01.2018 müssen Banken deshalb Transaktionen mit börsengehandelten Wertpapiere ihrer Kunden detaillierter und umfangreicher als bisher melden. Diese Transaktionsmeldung erfolgt an die Finanzmarkt-aufsichtsbehörde. Teil dieser Meldung ist die Identifizierung juristischer Personen mit dem sogenannten Legal Entity Identifier; kurz LEI. Bei natürlichen Personen erfolgt die Identifikation über eine nationale Kundenkennung, in Abhängigkeit von der Staatsangehörigkeit des Kunden. Dies ist der sogenannte CONCAT (Concatenated Code) für Personen mit deutscher oder österreichischer Staatsangehörigkeit Für andere Staatsangehörigkeiten sind andere nationale Kundenkennungen vorgegeben.

  Juristische Personen  
  Natürliche Personen  

So stellen wir gemeinsam den Wertpapierhandel all unserer Kunden für die Zukunft sicher

  • Wir schreiben alle Kunden (juristische Personen) ohne hinterlegten LEI an und bitten diese, uns den individuellen LEI-Code zu nennen. Dies ist formlos (in Textform oder telefonisch) persönlich oder über den Berater möglich.
  • Geben Sie den LEI gleich bei der Depoteröffnung an. Allgemeine Hinweise zur Depoteröffnung für juristische Personen finden Sie in unserer Ausfüllhilfe.

Wichtiger Hinweis: Nennen Sie uns Ihren LEI bzw. den Ihrer Kunden zur Identifizierung. Denn ohne diese Angabe muss die FFB zukünftig ggf. meldepflichtige Transaktionen ablehnen.

Gut zu wissen

Sie möchten wissen, was es mit dem LEI-Code auf sich hat? Wir haben die wichtigsten Informationen für Sie zusammengefasst:

Was ist der LEI?

Der Legal Entity Identifier ist eine 20-stellige Kennungsnummer, die weltweit gültig ist. Der individuelle LEI-Code dient zur eindeutigen Identifizierung eines Teilnehmers am Finanzmarkt. Über das Global Legal Entity Identifier System (GLEIS) sichert der LEI so die Transparenz und Sicherheit zwischen mehreren Finanzparteien und macht Transaktionen einheitlich nachvollziehbar.

Wer braucht einen LEI?

Ab 2018 müssen sämtliche juristische Personen, die Wertpapiergeschäfte tätigen können, einen LEI besitzen. Dazu zählen:

  • Körperschaften/Körperschaften i.Gr.
  • Vereine
  • Kapitalgesellschaften
  • Genossenschaften
  • Stiftungen (unternehmerisch oder gemeinnützig tätig)
  • Handels-/Personengesellschaften
  • Partnergesellschaften für alle Arten freiberuflicher Tätigkeit
  • Gesellschaften bürgerlichen Rechts (gewerblich / nicht gewerblich tätig)
  • Sondervermögen gemäß KAGB
  • Gewerblich eingetragene Kaufleute
  • Öffentlich-rechtliche Anstalten
  • Sondervermögen der öffentlichen Hand
  • Vereinigungen mit Sonderstatus
  • Privatpersonen sind nicht betroffen!

Wo kann der LEI angefordert werden?

Juristische Personen bzw. Unternehmenskunden können den LEI-Code bei sogenannten Vergabestellen erwerben. In Deutschland ist dies beispielsweise der Bundesanzeiger-Verlag (www.leireg.de), der WM Datenservice (www.wm-leiportal.org) oder GS1 Germany (www.lei-direct.de).

Ist der LEI kostenpflichtig?

Ja. Der LEI muss jährlich neu beantragt werden. Sowohl die erstmalige Beantragung als auch die Verlängerung des LEI sind kostenpflichtig. Die Verrechnung erfolgt i.d.R. direkt zwischen dem Unternehmen und der LEI-Vergabestelle. Die Kosten für die Beantragung eines LEI können in der jeweiligen Preisliste der Vergabestellen eingesehen werden.

Wie lange dauert die Beantragung eines LEI?

Die Vergabestellen prüfen die Referenzdaten gegen öffentlich zugängliche Quellen (z.B. Handelsregister). Dieser Prozess dauert einige Arbeitstage.

Wie setzt sich der LEI zusammen?

Für eine klare und eindeutige Identifikation ist der LEI mit wichtigen Referenzdaten verknüpft. Dazu gehören der Register-Name und die Register-Nummer, die Rechtsform des Unternehmens, sowie der juristische Sitz der Hauptverwaltung.

Service für Privatkunden

Seit dem 03.01.2018 besteht für alle Teilnehmer am Wertpapierhandel eine Identifikationspflicht. Wir sind deshalb verpflichtet, bei unseren Kunden zusätzlich zu den allgemeinen Stammdaten ein weiteres persönliches Identifikationskennzeichen zu speichern und bei meldepflichtigen Transaktionen zu melden.

Für Kunden mit deutscher oder österreichischer Staatsbürgerschaft generieren wir das entsprechende Identifikationskennzeichen (CONCAT) automatisch auf Basis der hinterlegten Kundendaten.

Für andere Staatsbürgerschaften, z.B. die Italienische, gilt: Es werden abweichende Identifikationskennzeichen genutzt. Diese können wir nicht ermitteln.

Diese nationale Kundenkennung ergibt sich in den meisten Fällen aus der Ausweisnummer, der Steuer-ID oder Sozialversicherungsnummer des Kunden. Das kann je nach Land unterschiedlich sein.

Gut zu wissen

Sie möchten wissen, was es mit den verschiedenen nationalen Kennzeichen auf sich hat und wie sie ermittelt werden? Wir haben die wichtigsten Informationen für Sie zusammengefasst.

Im Folgenden finden Sie eine Übersicht, welche nationale Kennung Sie angeben müssen. Für alle anderen in der Tabelle nicht aufgeführten Länder gilt die nationale Passnummer (No. Passport).

 

Land Bezeichnung der nationalen Kennung
BelgienBelgische nationale Nummer
(Numéro de registre national – Rijksregisternummer)
BulgarienBulgarische persönliche Nummer
DänemarkPersönlicher Identitätscode
(10 alphanumerische Zeichen: DDMMYYXXXX)
DeutschlandKeine Angabe bei nationaler Kennung erforderlich
EstlandEstnischer persönlicher Identifikationscode (Isikukood)
FinnlandPersönlicher Identitätscode
FrankreichKeine Angabe bei nationaler Kennung erforderlich
Griechenland10-stelliger DSS Investor Share
IrlandKeine Angabe bei nationaler Kennung erforderlich
IslandPersönlicher Identitätscode (Kennitala)
ItalienSteuernummer (Codice fiscale)
KroatienPersönliche Identifikationsnummer
(OIB – Osobni identifikacijski broj)
LettlandPersönlicher Code (Personas kods)
LiechtensteinNationale Passnummer
LitauenPersönlicher Code (Asmens kodas)
LuxemburgKeine Angabe bei nationaler Kennung erforderlich
MaltaNationale Identifikationsnummer
NiederlandeNationale Passnummer
Norwegen11-stellige persönliche ID (Foedselsnummer)
ÖsterreichKeine Angabe bei nationaler Kennung erforderlich
PolenNationale Identifikationsnummer (PESEL)
PortugalSteuernummer (Número de Identificação Fiscal)
RumänienNationale Identifikationsnummer (Cod Numeric Personal)
SchwedenPersönliche Kennnummer
SlowenienPersönliche Identifikationsnummer
(EMŠO: Enotna Matična Številka Občana)
SlowakeiPersönliche Nummer (Rodné číslo)
SpanienSteueridentifikationsnummer
(Código de identificación fiscal)
Tschechische RepublikNationale Identifikationsnummer (Rodné číslo)
UngarnKeine Angabe bei nationaler Kennung erforderlich
Vereinigtes KönigreichNationale Versicherungsnummer
ZypernNationale Passnummer

 

So stellen wir gemeinsam den Wertpapierhandel all unserer Kunden für die Zukunft sicher

  • Wir ermitteln die nationale Kundenkennung für Kunden mit deutscher oder österreichischer Staatsbürgerschaft auf Basis der vorliegenden Kundendaten
  • Wir kontaktieren die Kunden (natürliche Personen) mit abweichender Staatsangehörigkeit

Wichtiger Hinweis:Nennen Sie uns Ihre nationale Kundenkennung bzw. die Ihrer Kunden zur Identifizierung. Denn ohne diese Angabe muss die FFB zukünftig ggf. meldepflichtige Transaktionen ablehnen.

Fragen, Anregungen, weitere Informationen?

Sprechen Sie uns an.

Noch mehr Informationen?

Einfach hier herunterladen:

Ausfüllhilfe für juristische Personen